Flüelapass Lischana-Hütte Die Hütte war voll... Einer der 4 Steinböcke Blume Pflanzen Sonnenuntergang

Ende Juli 2005 fuhren wir zu zweit mit dem Auto ins Dreiländereck Schweiz - Österreich - Italien. Ziel der ersten (zweitägigen) Wanderung war die Uina-Schlucht. Der Weg dorthin erwies sich allerdings als äußerst lang. Die zweite Wanderung wollten wir am Reschensee gehen.

Wir fuhren von Ravensburg aus los, kamen am Flüelapass (2383m) vorbei und fuhren bis nach Scuol (Schweiz). Wir parkten das Auto am Hof San Jon auf etwa 1500m Höhe (oberhalb von Scuol) und gingen dann von dort aus Mittags los. Zuerst ging es durch den Wald. Bei etwa 2000m Höhe erreicht man ja bekanntlich dann die Baumgrenze. Unser Ziel des ersten Tag war die Lischana-Hütte (2500m Höhe), welche wir am Nachmittag dann erreichten. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Hütte bereits voll war. Ohne Reservierung war nichts drin. Nun, mein Freund hatte ja ein kleines Zelt dabei. So gingen wir also doch noch ein Stück weiter. Auf 2682m Höhe fanden wir eine gute Zeltmöglichkeit. Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, gingen wir noch etwas spazieren und begegneten 4 oder 5 Steinböcken, die sich im steilen Gefälle bekämpften. Zumindest sah es sehr gefährlich aus, was die Steinböcke da anstellten. Nach dem Sonnenuntergang versuchten wir zu schlafen, was mir allerdings nicht sonderlich gut gelang...

Die Nacht war kurz, aber trotzdem fühlte ich mich 4 Uhr gar nicht mehr müde. So früh standen wir nämlich auf, bauten das Zelt ab und 4:30 Uhr gingen wir dann los. Wir wollten halt den Sonnenaufgang auf 3000m Höhe erleben. Mit Stirnlampen war der Aufstieg auf den Vorgipfel (Rücken des Piz-Lischana-Südostgratausläufers) gehbar. 5:25 Uhr waren wir oben, aber bis zum Sonnenaufgang verging noch reichlich Zeit, denn die Sonne ging erst um 6 Uhr auf. Um 6 Uhr waren wir allerdings immer noch unterwegs zum Piz Lischana (3105m). Der Weg dorthin vom Vorgipfel (3000m) war länger als angenommen. Insgesamt brauchten wir zwei einhalb Stunden für die Gipfeltour. Der Aufstieg zum Gipfel hatte es in sich. Das letzte Stück ging recht steil rauf. Oben wartete dann ein Gipfelbuch als Belohnung. Als wir zurück am Vorgipfel waren, wartete ein französisches Pärchen auf uns bei unserem Gepäck. Als sie hörten, daß wir so lange gebraucht hatten, hatten sie keine Lust mehr auf die Gipfelbesteigung. Der Sonnenaufgang auf 3000m Höhe war allerdings wirklich schön. Die Strapazen hatten sich gelohnt.

Von nun an ging es fast nur noch bergab. Unterwegs trafen wir auf kleine Schneefelder, kamen an den Rimsseen vorbei (in einem See badeten sogar Leute) und hatten auch Gelegenheit, eine Murmeltierfamilie aus sicherer Entfernung zu beobachten. Desweiteren trafen wir auf eine Herde Ziegen. Weiter unten kamen dann einige Wasserfälle zum Vorschein. Dann war ein Teil des Abstiegs geschafft. Die Uhr offenbarte, dass es schon Mittag war. Auf der Alpmulde Sursass (2140m) machten wir dann an einem Bach eine Stunde Mittagspause. Nach der Mittagspause ging es dann endlich in die Uina-Schlucht rein.

Fotos: © Kurt Gusbeth & Siegfried Franz
Sonnenaufgang auf 3000m Höhe Sonnenaufgang Piz Lischana In der Nähe vom Gipfel Einer der zahlreichen See unterwegs Ein Schmetterling Einer der Wasserfälle unterwegs