Hütte in Chişcău Bärenhöhle in den Westkarpaten In der Bärenhöhle Eine der vielen anderen Höhlen Sackgasse; das Ende der Schlucht Im Sighistel-Tal
Die Bärenhöhle und das Sighiştel-Tal

Im Juli 1998 fuhren wir zu dritt mit dem Zug in die Westkarpaten (Munţii Bihor) in Rumänien. In Oradea stiegen wir aus dem Zug aus und entschieden uns nach Beiuş weiterzufahren. Die Fahrt dahin dauerte aber über 4 Stunden, da der Zug einen großen Umweg fuhr. Die direkte Verbindung war schon seit Jahren außer Betrieb, was wir allerdings vorher nicht wussten... Es war schon gleich 20 Uhr und ein Hotel war nur schwer zu finden. Auch am 2. Tag kamen wir langsamer voran, als wir es erwarteten. Wir fuhren per Anhalter nach Chişcău. Wir quarierten uns in einer Căsuţa (Hütte) auf einem Campingplatz ein.
Nach dem Mittagessen besichtigten wir dann die berühmte Bärenhöhle (Peşterea Urşilor). Die Tropfsteinhöhle war sehr beeindruckend. Sie wurde erst am 17. September 1975 entdeckt. Die Temperatur in der Höhle beträgt +10°C und die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 97%. Wir besuchten die "Galerie der Bären", "Galerie Emil Racoviţă" und die "Galerie der Herzen". 847m sind die lang. Vor mehr als 17.000 Jahren wurde hier etwa 140 Bären eingeschloßen! Abends aßen wir wieder Fisch. Der war sehr köstlich.
Am 3. Tag machten wir eine Wanderung ins Sighiştel-Tal. Der Weg führte über Wiesen und einen steinigen Wald zum Sighiştel-Bach. Unser Ziel war die "Peşterea Măgura". Die erste Höhle war recht groß, aber uninteressant. Die zweite Höhle war die "Peşterea Coliboaia". Drinnen war ein See, aber sonst nichts interessantes. Am Bach angekommen gingen wir zuerst in die falsche Richtung. Absichtlich, aber weit kamen wir eh nicht, denn die grandiose Schlucht wurde immer enger. Aber auch die andere Richtung hatte einiges zu bieten. Am Bach trafen wir dann auf die Höhle Nr. 27, 25 und die "Peşterea Dracil"? Die Măgura Höhle fanden wir anscheinend nicht. Bis nach Sighiştel war es noch ein weiter Weg und wir mussten noch bis nach Chişcău gehen. Zwei Versuche den richtigen Weg im Wald zu finden scheiterten. Es gab einfach zu viele Pfade im Wald. Für einen dritten Versuch hatten wir keine Zeit mehr. Wir saßen fest in Sighiştel. Für teuer Geld fanden wir aber jemanden, der uns mit einem Auto zurückfuhr.

Unser Ziel am 4. Tag war Gârda de Sus. Doch erst 13:30 Uhr kamen wir mit Bus weg. Wieder quartierten wir uns in einer Căsuţa auf einem Campingplatz ein. Am nächsten Tag machten wir uns früh auf den Weg zur Eishöhle (Peşterea Gheţarul de la Scărişoara). Unvergesslich blieb uns auch dieses Abenteuer in Erinnerung, denn wir wurden von 2 Hunden begleitet. Sie liefen uns einfach hinterher. Die Höhle befand sich in einer kleinen aber tiefen Schlucht (48m). Es war ein sehr warmer Sommertag, aber dort unten war es kalt. Trotzdem war das Eis am schmelzen, obwohl die Temperatur in der Höhle angeblich höchstens +1°C betragen soll. Von 3 Eissäulen, die an der Decke hingen, war leider nur noch eine übrig. Obwohl die Höhle nicht gerade lang war, war sie trotzdem interessant. Der Eispanzer soll über 3500 Jahre alt sein! Auf dem Rückweg besuchten wir noch die Peşterea Poarta lui Ionel. So schlecht war die auch nicht. Insgesamt waren wir 10 Stunden unterwegs und die zwei Hunde blieben stets bei uns. Obwohl wir noch Lust auf mehr hatten und es auch noch viel zu entdecken gab, verliesen wir am 5. Tag die Berge und begaben uns in eine Stadt.


Fotos: © Kurt Gusbeth & Siegfried Franz
Auf dem Weg zur Eishöhle Poarta lui Ionel Die Höhle ist tief unten... In der Höhle Die Eishöhle von Gethar
Die Eishöhle