Worum es geht?

Utopia ist ein Nicht-Ort, weil es ihn nicht gibt, aber gleichzeitig ist es auch ein Wunschort, den es geben könnte. Ich werde hier mal mein Utopia skizzieren und zeigen, dass Utopia möglich wäre, aber das mein Wohnort kaum was damit gemeinsam hat. Es bleibt dann die Frage an euch übrig: woran liegt es und welcher Ort kommt meinem Utopia am nächsten? Aber wie gesagt: hier geht es lediglich um meine Ansicht von Utopia vs. Tannenbusch und nicht um eine allgemeine Charakterisierung von Tannenbusch.


Soll-Zustand

Ist-Zustand = Bonn Tannenbusch

Sehenswürdigkeiten

In Utopia gibt es natürlich viele Sehenswürdigkeiten, damit einem nie langweilig wird. Moderne Museen mit Wechselausstellungen, Schlösser, Burgen und schöne Rathäuser oder Kirchen sollten schon sein. Aber auch Natur-Schönheiten sollten nicht fehlen: Schluchten, Höhlen oder Wasserfälle. Aquarien, Freizeitparks oder Zoos wären auch nett. Archäologische Stätten wären das Tüpfelchen auf dem i.

Klar, viele Orte können mit tollen Highlights aufwarten. Da fällt mir z.B. Sintra in Portugal ein. Oder Tivoli in Italien. Keine großen Orte, aber dennoch voller Highlights. Eine Öffnet internen Link im aktuellen FensterListe interessanter Museen habe ich übrigens auch erstellt. Auch in Bonn gibt es ja gute Museen: z.B. die Kunst- und Ausstellungshalle.

In Tannenbusch gibt es keine Highlights - keine Sehenswürdigkeiten. Keine Museen, keine Schlösser, keine Burgen, kein Zoo, kein Wasserfalls. Nichts von alledem. Man kann Tannenbusch ruhig ein ödes Kaff nennen, wenn da nicht wenigstens ein paar Läden wären. Für Touristen aber auf jeden Fall völlig uninteressant. Die alten Häuser mögen noch hübsch aussehen, aber all die Hochhäuser sind völlig unspektakulär.
OK, es gibt da noch das Orth-Haus, aber das ist nur eine Event-Location. Dann gibt es noch die Tannenbuscher Düne, aber wirklich spektakulär ist die freilich auch nicht. Dann gibt es da noch den Teich im Norden, aber siehe weiter unten...

Mein Utopia-Faktor: nur 5%, da es hier nichts wirklich sehenswertes gibt.

Umwelt und Sauberkeit

In Utopia gibt es keinen Lärm, keine Umweltverschmutzung, keine Luftverschmutzung und keinen Müll. In Utopia gibt es stattdessen überall intakte Natur, duftende Blumen und schöne Häuser. Auch Urban-Gardening ist was feines.

Eine Großstadt fällt da schon mal aus. Ein paar schöne Beispiele wären Ålesund in Norwegen, Santana auf Madeira oder die Insel Mainau im Bodensee. Aber auch in Frankreich legt man viel Wert auf Schönheit. Da gibt es viele "Öffnet externen Link in neuem Fensterville fleurie". Blumenstädte also. Natürlich gibt es auch in Deutschland viele hübsche Orte (siehe Foto). Urban Gardening gibt es z.B. in Andernach oder Buschdorf. Hübsche Orte gibt es also durchaus auch in der Realität.
Mancherorts trügt aber der Schein, denn leider wird mittlerweile alles zugemüllt. Das Problem gibt es vielerorts - nicht nur in Tannenbusch. Wenn man von Tannenbusch an den Rhein fährt, ist das ganze Gebüsch bei den Parkplätzen voller Müll und anscheinend stört es niemanden. Weil kaum einer Müll entfernt, wird alles nur schlimmer. Es ist eine Schande für die Menschheit, dass unsere Welt total zugemüllt wird. Schlimm sind auch die Entenfütterer, die die leeren Brot-/Toastverpackungen einfach den Enten hinterher werfen.

Hier gibt es eine Autobahn, keine Blumen auf den öffentlichen Plätzen, von Urban Gardening habe ich nie was gesehen und Anwohner quälen einen mit lauten Rasenmähern oder Laubbläsern. Zudem werfen viele ihren Müll einfach ins Gebüsch, auf den Gehweg oder in den Teich statt in den Mülleimer. Der Teich verkam zusehens und deshalb informierte ich die Presse. Danach wurde er gesäubert und umgestaltet, aber im Grunde hat sich nicht viel verbessert, da sich die Menschen hier nicht geändert haben!
Es ist allseits bekannt, dass Deutsche Sauberkeit lieben. Wer also müllt hier alles zu? Man muss sich nur die Verpackungen ansehen: Zigaretten, Chips, McDonalds, Döner, Durstlöscher, Capri-Sonne, Ayran... Es sind also überwiegend junge Leute bis 25 Jahre, die hier kein Benehmen haben. Mein Markenzeichen ist es, Müll aus dem Gebüsch auf Gehwege zu befördern, damit der Müll auch andere stört. Natürlich habe ich mir durch diese Aktionen auch schon Feinde gemacht.

Mein Utopia-Faktor: nur 25%, weil ohne Müllmänner würde es hier wie in Albanien aussehen, wo sich der Müll mancherorts rechts und links neben der Straße auftürmt.

Sicherheit und Ordnung

Toleranz ist in Utopia natürlich selbstverständlich, aber Toleranz hat - wie alles andere auch - ihre Grenzen. Kriminelle, Extremisten und asoziale Arschlöcher werden nicht toleriert. In Utopia gibt es somit keine Kriminalität, deshalb wird auch keine Polizei gebraucht. Eine Überwachung per Videokamera ist natürlich auch nicht notwendig. Die Menschen sind nicht gierig und deshalb gibt es auch keine Diebstähle. Man muss sein Haus nicht abschließen und auch ein Fahrradschloss braucht keiner.

Das klingt sehr utopisch, aber solche Orte gibt oder gab es wirklich. Alles nördlich von Deutschland hielt ich mal für sehr sichere Länder. Doch die Zeiten sind vorbei, wie man Öffnet externen Link in neuem Fensterliest. Schuld daran sind die offenen Grenzen, denn Diebesgut kann dadurch problemlos nach Osteuropa transportiert werden. Utopia gibt es also nicht mehr? Übrig bleiben nur noch Inseln, weil Kriminelle nicht so einfach hin kommen. Die sichersten Länder der Welt sind dementsprechend auch Inseln: Island und Neuseeland. Auf dem europäischen Festland gehört das entlegene Öffnet externen Link in neuem FensterPortugal zu den sichersten Plätzen (weil es so weit weg von Osteuropa ist?).
Apropos Inseln: im Urlaub leihe ich mir oft ein Fahrrad aus und manchmal heisst es dabei: hier braucht man kein Fahrradschloss, denn hier wird nix gestohlen. So geschehen in Irland und auf anderen Inseln.

Man muss nur mal "Bonn Tannenbusch" auf google.de eingeben, um zu sehen, was hier abgeht. Gleich auf Seite 1 ist fast nur von Festnahmen, Drogen, Überfällen und der gleichen zu lesen (Stand: Nov. 2017). Im Grunde ist es nicht gefährlich, hier zu leben, aber man muss dann doch mit Einbrüchen, Diebstählen und Drogendealern rechnen. Bei uns wurde schon mehrfach versucht einzubrechen, was nur dank einbruchsicherer Tür misslang. Auf Fahrräder muss man hier gut aufpassen, denn uns und Nachbarn wurden schon welche gestohlen, die nie wieder aufgetaucht sind. Wie man hört, werden geklaute Fahrräder nach Osteuropa transportiert und dort verkauft.
Drogen werden mir immer wieder mal Abends bei der U-Bahn-Haltestelle angeboten. Selbst an einem Sonntag Morgen (Nov. 2017) wollte mir mal ein Araber Gras andrehen. Obwohl die Polizei hier immer wieder Leute verhaftet, ist es in den letzten Jahren nur etwas besser geworden.

Mein Utopia-Faktor: nur 35%, denn ohne Polizei würden hier kriminelle Banden die Macht übernehmen und keiner wäre mehr sicher.

Shopping

In Utopia kriegt man stets frisches, reifes Obst und Gemüse aus der Region oder faire Bio-Produkte auf einem Markt. Dann gibt es noch Geschäfte, wo man hochwertige Lebensmittel einkaufen kann. Bio-Ware sollte es sein. Kleider und Schuhe sollten umweltgerecht und fair produziert worden sein. Die Produkte sollten am besten in der Region hergestellt worden sein und keine tausende von Kilometer hinter sich haben. Natürlich sollten sie auch Palmölfrei sein, da Palmöl keine gute Ökobilanz hat, obwohl die Ölpalme sehr ertragreich ist.
Außerdem halten in Utopia Firmen nichts von Gewinnmaximierung. Stattdessen steht das Gemeinwohl aller im Mittelpunkt.

Regionale Märkte mit Bio-Ware findet man ja noch - auch in Bonn-City am Mittwoch und Samstag. Weitere schöne regionale Märkte: in Funchal auf Madeira (Portugal schon wieder) oder in Kronstadt in Rumänien.
Bio-Läden gibt es gleich 3 in Bonn-City. Und es geht noch besser: der Bio-Laden Momo in Bonn-Beuel legt auch noch viel Wert auf regionale Produkte. Bezahlbare Schuhe und Kleider aus der Region findet man noch in Portugal.
Man kann also auch heutzutage noch regionale Produkte kaufen, aber bei weitem nicht überall / nicht alles.
Z.B. wollte ich mal Sportschuhe in Bonn kaufen, aber ausnahmsweise alle kamen aus Südostasien. Ich habe dann keine gekauft. Ähnlich sah es in der Rucksack-Abteilung aus. Bei Elektronik-Artikeln das selbe Bild, da fast alle nur noch aus Asien kommen. Bei Büchern ist es wahrlich am schwierigsten, da man ja da kaum eine Wahl hat. Wenn man sich für Buch xyz interessiert, es aber in China gedruckt wurde, kann man sich höchstens für ein völlig anderes Buch entscheiden. Es gibt viele Gründe, warum ich keine Produkte aus Asien mag: der lange Anfahrtsweg oder z.T. fehlende Umweltauflagen zum Beispiel.

Hier gibt es Obst nur im normalen oder arabischen Supermarkt. Da lautet das Motto: billig statt gut. Kirschen aus der Region (z.B. Kirschgegend bei Wiesbaden) habe ich selbst in der Kirsch-Saison hier nie gesehen. Anderes Beispiel: Äpfel. Eine Apfel-Plantage ist gleich hinter Tannenbusch, aber ich wüsste nicht, wo man die Äpfel kaufen könnte. Aber nicht nur Obst wird aus der Ferne hierhin transportiert. Bekanntlich enthalten ja die Hälfte aller Lebensmittel Palmöl, welches zehntausende von Kilometern bis hierhin zurück legt. Öffnet internen Link im aktuellen FensterGroßer Schwachsinn!
Ein Bio-Laden würde in Tannenbusch schnell pleite gehen, denn ich habe noch nie Araber (welche es hier in großer Zahl gibt) in einem Bio-Laden einkaufen gesehen, obwohl ich regelmässig in Bio-Läden einkaufe.
Schuhe und Klamotten gibt es hier auch nur billiges Zeug: bei Kick und Deichmann. Qualitativ hochwertiges Zeug aus Deutschland, Italien oder Portugal sucht man vergebens. Und bei den Backwaren auch: billig statt hochwertig. Ein Butter-Croissant aus der Bäckerei/Café sah optisch gut aus, war aber zu trocken (im Vergleich zu einem Croissant aus einer franz. Bäckerei). Stattdessen legte die Bäckerei wert auf ein Halal-Zertifikat und hatte auch Börek im Angebot. Da sieht man ja schon, wo der Hammer hier hängt. Und dann der Trödelmarkt: bei zwei unterschiedlichen Zählungen kam ich zum Ergebnis, dass ⅔ der Frauen arabische Kleidung trugen. Dementsprechend richtete sich auch das Angebot überwiegend an Araber. Man könnte meinen, Arabien wäre nur 100 km entfernt.
Und noch was: der riesige Parkplatz des neuen Tannenbusch-Center wurde vergrößert. Ich sehe darin keinen Vorteil, denn nun wird man als Fußgänger nur noch mehr von Autos belästigt.

Mein Utopia-Faktor: nur 35%, obwohl es so viele Läden hier gibt, aber die meisten sprechen mich eben nicht an. Ich benutzte nur 3-4 der Läden hier.

Gastronomie

Leckeres Essen! Wer legt heutzutage noch wert auf gutes Essen? Zumindest in der Mittagspause soll es bei den meisten schnell und billig gehen. Das ist mein Eindruck. Doch ich lege auch selbst in der Mittagspause wert auf gutes Essen. Gutes Essen erkennt man z.B. an Tomaten: da gibt es die billigen, harten und geschacklosen halbroten Tomaten und andererseits die reifen und geschmackvollen Tomaten. In der Regel hat Qualität seinen Preis, aber Qualität muss dennoch sein! Außerdem muss eine gewissen Auswahl an Lokalitäten vorhanden sein.

Ich muss nicht weit reisen, um gut essen zu gehen. In der Bonner Innenstadt gibt es einige gute Lokale: es fängt beim Cassius Garten an, wo man sich einfach bedienen kann und endet beim Tuscolo, welches zu den besten Restaurants der Stadt gehört. Doch nicht alle guten Lokale liegen im Zentrum. Z.B. ist auch die Pizzeria Michelangelo am Rande von Zürich auch sehr gut. Und sowieso: die besten Pizzerien findet man in Italien. In Neapel und Umgebung gibt es zahlreiche Pizzerien, die explizit auf die Qualität der Zutaten achten. Sowas gefällt mir!

Nun, in Tannenbusch gibt es durchaus auch Restaurants und Imbisse. Das beste Restaurant, welches ich kenne, ist der Italiener Bacco, wo ich aber schon lange nicht mehr war. Bei Tripadvisor kommt es immerhin auf 4/5 Punkten. Es liegt jedoch schon am Rande von Tannenbusch. Wenn man sich jedoch das Eiscafé Pizzeria Dolomiti im Tannenbusch Center ansieht, stellt man fest, dass da nur selten jemand eine Pizza isst. Bei Tripadvisor findet man das Lokal gar nicht. Am besten läuft hier der Döner-Laden, was auch nicht weiter verwunderlich ist. Lamm-Döner habe ich früher gerne gegessen, aber seitdem man nirgends mehr Lamm-Döner bekommt, esse ich auch nur noch selten Döner. Dann gibt es noch einige andere neuen Lokale, die mich aber nicht interessiert und die auch nicht gut besucht sind. Ich tippe darauf, dass einige der neuen Lokale hier wieder dicht machen werden.

Mein Utopia-Faktor: nur 25%, da es nichts besonderes gibt, was einen aus anderen Stadtteilen hierhin locken könnte. Ich esse hier nur äußerst selten auswärts.

Nachleben und Flirten

Natürlich gibt es in Utopia ein reges Nachtleben und immer wenn man Lust auf einen Cocktail oder einen Tanz hat, kann man irgend wohin gehen. Abend in eine Bar, einen Club oder eine Disco. Auch tagsüber gibt es ein breites Musik-Programm auf öffentlichen Bühnen oder bei einem Tanzpavillon, wo man viele Singles treffen kann. Selbstverständlich gibt es an Wochenenden auch Konzerte. Theater und Kinos gibt es natürlich auch noch.

Tanzpavillons und kostenlose Live-Musik sind aus der Mode gekommen (weil heutzutage nur noch der Umsatz wichtig ist), aber in manchen Kurorten gibt es sowas noch. Das Angebot richtet sich da aber an alte Leute. Es geht auch besser: z.B. gibt es in einem alten Einkaufszentrum (Kasbah) in Playa del Ingles auf Gran Canaria kostenlose (Live-)Musik, zu der man gut tanzen konnte. Auch in Lissabon gibt es gute Stellen mit einem aktiven Nachtleben.
In Bonn bietet der Stadtteil Endenich noch ein einigermaßen gutes Nachleben für Leute ab 25: Theater, Kino, Keipen und Live-Konzerte.
Für Singles sieht es aber mau aus. Ich kenne keine Location, die speziell auf Singles zugeschnitten ist und die es Singles leicht macht, zu flirten. Feste mit speziellen Events wären ideal für Singles, aber wo gibt es sowas? Nein, das Oktoberfest ist nicht so ein Fest.

Eine schicke Bar? Fehlanzeige! Eine Disco? Fehlanzeige! Ein Kino? Fehlanzeige! Irgendein öffentlicher Treffpunkt von besonderer Bedeutung? Gibt es nicht. Hier kann man Abends nichts anderes tun als auf der Straße rumzulungern, was dubiose Gestalten dann auch tun. Mit Nachtleben hat das aber nichts zu tun.
Tanzen kann man hier nirgends und irgend welche Feste gibt es hier auch nur einmal im Jahr: ein Karnevalsumzug. Mehr ist hier nicht los. Platz für eine Disco gäbe es ja durchaus: das ehemalige Möbel Boss gammelt schon seit Jahrzehnten vor sich hin, obwohl die Lage OK ist. Da hätte man auch eine Disco rein machen können.
Kein Ort für Singles also. Sowieso gibt es hier auch nicht so viele Leute, die man kennen lernen möchte. Hier werden alle Sprachen der Welt gesprochen (vor allem arabisch) und wenn man als Single gerne im Café anderen Leuten beim Plausch lauschen möchte, wird man hier oft rein gar nichts verstehen. Und an einem Flirt mit einer Burka-Frau hat sicherlich auch niemand Interesse. Solche Frauen kann man hier täglich treffen.
In über 20 Jahren habe ich hier nur mit einer Tannenbuscherin geflirtet, was ja doch extrem mager ist. So bin ich immer noch Single. Tannenbusch sei Dank...

Mein Utopia-Faktor: nur 5%, da es hier kein Nachtleben gibt und sich auch keine Flirtgelegenheiten bieten.

Strand, Ski, Sport und Wandern

In Utopia gibt es natürlich viele Freizeit-Möglichkeiten. Ein schöner Strand wäre nett. Alternativ ein paar Berge, wo man gut wandern gehen kann. Wenn nichts davon vorhanden ist, sollte es doch bitte wenigstens ein Fitnessstudio geben, wo man sich etwas bewegen kann oder Muskeln aufbauen kann.

Nun, in Buschdorf gibt es z.B. ein Fitnessstudio. Wenn man wandern gehen will, sollte man schon mind. bis ins Siebengebirge fahren. Spazieren gehen kann man z.B. am Rhein ganz gut. Königswinter ist für die beiden letzten Punkte gut geeignet.
Zum Skifahren muss man ins Sauerland oder in die Alpen fahren. Und wer einen Strand sucht, muss natürlich nicht unbedingt bis ans Meer fahren, denn schließlich gibt es auch Badeseen. Da gäbe es z.B. den Otto-Maigler-See in Köln oder die Südsee in Xanten. Aber auch Indoor wäre was möglich: die Badewelt Euskirchen zum Beispiel.

Nein, einen Badesee sucht man hier natürlich vergeblich. Und Ski fahren kann man hier natürlich auch nicht. Wanderwege gibt es allerdings auch keine. Wohin sollte man schon wandern von hier aus? Hinter Tannenbusch liegt das Feld, welches auch keine Highlights bietet.
Bleibt nur noch der Sport übrig. Kein Trimm-dich-Pfad bisher gesehen. Und ein Fitnesstudio kenne ich hier auch keins. Hier gibt es also rein gar nichts. Man kann nur etwas spazieren gehen, aber man trifft überall auf Verpackungs-Müll (siehe oben).

Mein Utopia-Faktor: nur 10%, da es hier keine Wanderwege gibt. Ein Spaziergang lohnt sich auch nur bedingt.

Verkehr

Natürlich kennt man das Bild aus Utopia-Filmen: Bahnen, die zwischen Hochhäusern fahren. In modernen Filmen natürlich selbstfahrend. In anderen Filmen sind es keine langen Züge, sondern sowas wie selbstfahrende Taxis, die man jederzeit benutzen kann. Wer will den schon in Utopia lange auf einen Zug warten? Niemand!
Ein eigenes Auto braucht man in Utopia nicht, um von A nach B zu fahren. Höchstens zum einkaufen. Man könnte sich aber auch ewig lange Rolltreppen vorstellen. Oder wie wäre es mit beim Teleporter bzw. Beamer? Sportliche fahren mit dem Fahrrad, aber nie neben Autos!

Also wenn es um den öffentlichen Nahverkehr geht, hat die Schweiz einen guten Ruf. Auch in Wien scheint es gut zu laufen. Da spielt der öffentliche Nahverkehr eine sehr wichtige Rolle. Vorreiter-Funktion!
Aber ist Fahrradfahren eh nicht noch besser, weil gesünder? Auch in der Hinsicht gibt es gute Beispiele: Münster, Kopenhagen oder Amsterdam sind da ja ganz vorne mit dabei.

Natürlich gibt es keine selbstfahrenden Taxis in Tannenbusch. Es gibt aber ne U-Bahn-Linie, Busse und sogar einen Nachtbus. Das Angebot ist sogar besser als im Durchschnitt. Theoretisch zumindest. Praktisch sieht es so aus: immer wieder fallen U-Bahnen aus. Z.B. wegen Krankheitsfällen. Es gibt also kein/kaum Ersatz-Personal. Dann gibt es noch die Linie 16, wo es etwas anderes aussieht. Die kommt aus Köln und bei der weiß man nie, ob sie pünktlich kommt. In der Rush-Hour kommt die quasi nie pünktlich, weshalb ich die auch meide. Außerdem ist die dann eh voll. Eine Verbesserung habe ich in den letzten 20 Jahren nicht beobachtet. Im Gegenteil sogar: während früher um Samstag Mittag alle 10 Minuten eine U-Bahn fuhr, fährt die schon seit langem nur noch alle 15 Minuten.
Und sonst: Carsharing gibt es in anderen Stadtteilen; hier habe ich noch kein Carsharing-Auto gesehen. Fahrradwege gibt es durchaus ein paar, aber schön ist die Strecke dennoch nicht.

Mein Utopia-Faktor: immerhin 50%, da es eine U-Bahn- und Bus-Anbindung gibt.

Mein Fazit

Die Stadt Bonn behauptet zwar, Tannenbusch wird immer attraktiver, aber die Frage ist nur: für wen? Für mich nicht, denn mein Durchschnittswert sieht so aus:
x beträgt mein Utopia-Faktor für Bonn-Tannenbusch. Das ist wenig und deshalb fragt man sich, warum ich überhaupt da wohne. Der einzige Grund: weil wir dort ein Haus haben. So, und jetzt bist du gefragt: welcher Ort in Europa kommt meinem Utopia am nächsten? Öffnet internen Link im aktuellen FensterLass es mich gleich hier wissen, damit ich weiß, wohin ich irgendwann mal umziehen kann...
Ach ja, und falls du dich für Utopia interessierst, kannst du auch Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermeinen Roman lesen, in dem gleich zwei Utopia-Welten beschrieben werden.